Dr. Thomas Amberg

Leiter der Brücke-Köprü

Pfarrer und Islamwissenschaftler

Regenbogen-Präludium

Eine ungewöhnliche Kunstaktion verwandelte die „Führertribüne“ am Nürnberger Reichsparteitags- gelände für kurze Zeit in einen Regenbogen.
Am Tag, als Nürnberg Kulturhauptstadt werden wollte, dem 28. Oktober 2020, pinselte das Künstlerkollektiv Regenbogen-Präludium Hitlers Reichsparteitagstribüne bunt an: Der Regenbogen, Symbol der Friedens- und der LGTBQI-Bewegung auf bröckelnder Nazi-Architektur; künstlerischer Ungehorsam, der aus Denkmalschutz-Gründen sofort entfernt wurde … und doch, das Bild blieb in unseren Köpfen, geteilt über unzählige Social-Media-Kanäle: die Message finde ich großartig. Nicht, das Feste, sondern das Bewegliche erweist sich als zukunftsfähig, nicht starre Konzepte, sondern wachsames Wahrnehmen und lebendiges Reagieren. Das Kunstwerk sagt auch: Jede und jeder ist fähig, aktiv und kreativ zu werden!
Das gilt umso mehr auch für den Dialog der Religionen im Frühjahr und Sommer 2021. Wir entdecken weiter neue Orte und Formen: virtuelle Zoom-Räume, aber ebenso ganz real „gemeinsam auf dem Weg“ die freie Natur um uns herum als Dialogort; wir erkunden, wie wir mit unserer neuen Actionbound-App interreligiöses Lernen in Gostenhof erschließen können und wagen „Sommergespräche der Religionen“ als Open-Air-Format im Garten des Herrenschießhauses.
Klar, wir vermissen manches Vertraute, wie das Frauenfrühstück, das es in diesem Sommer wohl nur virtuell geben kann. Und dennoch: Trotz alledem erleben wir, wie die BRÜCKE neue Beweglichkeit, Kreativität und Farbigkeit gewinnt: Und das passt gut zum „Regenbogen-Präludium“ vom Reichsparteitagsgelände!

Mit Grüßen aus der BRÜCKE Ihr